Die Geschichte des Hauses belegt über 400 Jahre Wirtshaus in der Judenburgerstraße

Anno Domini 1570 erbaute Christian Windisch das Haus.
Rund 45 Jahre zuvor war der ungarische König - im Kampf gegen die Türken - ums Leben gekommen. Dies war gleichsam die Geburtsstunde der habsburgischen Donaumonarchie.
1606 ging das Haus an den angesehenen Wirt Jako Zänggl. 1638 ehelichte dessen Tochter den Bürger Hans Neumayr.
In Deutschland tobte der dreißigjährige Krieg (1618-1648), welcher bisher ungekanntes Not und Elend über die Menschen brachte.

1660 kam das Haus in den Besitz von Bartlme Reitinger, 1665 ging es an den Schuster Andreas Mayr.
1663 zog wiederum ein gewaltiges Türkenheer auf Wien zu, wurde aber bei St. Gotthard an der Raab geschlagen.
1683 belagerten die Türken Wien schon wieder, die Ungarn hatten sich mit ihnen verbündet. Das Kipferl als Symbol des Halbmondes und der türkische Kaffee erinnern an diese Zeiten.
1688 kaufte der Wirt Peter Liebminger das Gebäude, aber bereits um 1690 wechselte die Liegenschaft erneut den Besitzer.
Im gleichen Jahr eroberten die kaiserlichen Truppen Belgrad.

1697 schlug Prinz Eugen von Savoyen die Türken endgültig, viele Gebiete fielen wieder an die Donaumonarchie zurück.
1700 wurde das Haus von der Witwe eines Freiherrn erstanden und 1718 an den Lebzelter Jakob Prandstetter veräußert.
Die Donaumonarchie erreicht unter Karl VI. und seinem genialen Feldherrn Prinz Eugen ihre größte Ausdehnung. Die Tochter Karls d. VI., die Reformerin Maria Theresia, machte aus Österreich-Ungarn einen für damalige Begriffe modernen Staat.
Bis 1785 gingen alle Besitzer des Hauses dem Lebzeltergewerbe nach, dann kaufte der Webermeister Anton Doppelhofer das Anwesen.
1781 zog "Wolferl" Mozart von Salzburg nach Wien und schrieb dort einige seiner schönsten Werke.
1827 geriet der Besitz an Michael Doppelhofer. 1827 lernt Kaiser Franz Joseph die erst 15-jährige Sissi kennen, jene spätere Kaiserin, die bis heute die Herzen der Menschen berührt. Johann Strauß Vater und Sohn versetzen die Wiener Gesellschaft in einen Walzertaumel.

Gabriel und Franziska Griessmann ersteigerten den Besitz 1864 und verkauften 1867 an Franz und Katharina Grillitsch.
1879 heiratete Ernst Köhler ein, dessen Frau 1895 an Josef Gragger verkaufte.
In der Wiener Hofburg residierte der "gute Kaiser Franz". Die Wiener Kaffeehausszene lebt. Karl Kraus gerät zur Vaterfigur der Wiener Kaffeehausliteratenszene.
1911 übernahmen Matthias und Aloisia Pichler, 1916 Johanna Schloffer.
Die Monarchie kracht in ihren Nähten, nach dem Attentat von Sarajewo bricht der Erste Weltkrieg aus.

1938 - 1958 war im ersten Stock des Hauses das Marktgemeinde- und Bürgermeisteramt von Weißkirchen untergebracht.
1946, nach einem weiteren unseligen Krieg, sind Engelbert und Maria Feeberger auf dem Haus und betreiben ein Gastgewerbe und eine Frächterei.
1974 übernehmen Maria und Fritz Stölzl die Liegenschaft, 1978 wird der Festsaal gebaut.
1989 übernehmen Tochter Erika und Schwiegersohn Toni Breznik die Taverne.
